



Sovereignty Insights
Österreich 2023: Die ausländischen Abhängigkeiten hinter der strategischen Position des Landes
Eine datenbasierte Analyse der wirtschaftlichen Abhängigkeiten Österreichs und ihrer Bedeutung für die europäische Souveränität
Österreich gilt häufig als stabile und gut integrierte Volkswirtschaft innerhalb Europas. Seine zentrale Lage, seine industrielle Basis und die enge wirtschaftliche Verflechtung mit den Nachbarländern haben dieses Bild über Jahre hinweg geprägt.
Stabilität bedeutet jedoch nicht Unabhängigkeit.
Und Integration bedeutet nicht Abwesenheit von Abhängigkeiten.
Wie alle modernen Volkswirtschaften wird auch Österreich weniger durch das definiert, was es produziert, als durch jene Akteure, von denen es beim Verkaufen, Beschaffen und Produzieren abhängt.
Diese Analyse nutzt den FIGARO Input Output Datensatz 2023, um die ausländischen Abhängigkeiten der in Österreich registrierten Unternehmen sichtbar zu machen. Sie zeigt, wer österreichische Güter kauft, wer Österreich beliefert und wo strukturelle Blindstellen bestehen.
Dies ist Ausgabe 7 von 27 unserer Serie zu europäischen strategischen Abhängigkeiten.

1. Österreichs Abhängigkeit von ausländischer Nachfrage
Im Jahr 2023 erzielten in Österreich registrierte Unternehmen 491,9 Milliarden Euro an intermediären Umsätzen. Davon entfielen 29,8 % auf ausländische Märkte.
Der EU Durchschnitt liegt bei 32,96 %. Österreich belegt damit Rang 16 von 27 und liegt leicht unter dem europäischen Mittelwert.
Die Struktur ist wie folgt:
🇦🇹 Binnenmarkt: 70,2 %
🌍 Auslandsmärkte: 29,8 %
Innerhalb des Auslandsanteils:
🇪🇺 EU Märkte: 18,96 %
🌍 Nicht EU Märkte: 10,84 %
Ausländische Nachfrage ist für Österreich strukturell relevant, auch wenn sie nicht dominierend ist.
2. Wer kauft aus Österreich
Österreich exportierte 2023 146,5 Milliarden Euro an intermediären Gütern und Dienstleistungen. Die wichtigsten ausländischen Abnehmer sind:

Top 5 ausländische Kunden Österreichs 🇦🇹
🇩🇪 Deutschland 7,4 %
🏴 Rest of the World (FIGW1) 2,78 %
🇮🇹 Italien 2,38 %
🇺🇸 Vereinigte Staaten 1,59 %
🇨🇭 Schweiz 1,57 %
Deutschland nimmt eine zentrale Rolle ein.
Auffällig ist jedoch die prominente Stellung von FIGW1.
Dieser Sammelbegriff steht für wirtschaftliche Beziehungen, die keinem Land eindeutig zugeordnet werden können.
3. Österreichs Abhängigkeit von ausländischen Vorleistungen
Auf der Beschaffungsseite zeigt sich ein ähnliches Bild. 2023 kauften österreichische Unternehmen 508,3 Milliarden Euro an Vorleistungen. 32,06 % davon stammten aus dem Ausland.
Der EU Durchschnitt beträgt 35 %. Österreich liegt auf Rang 15 von 27.
Aufteilung:
🇪🇺 EU Lieferanten: 21,46 %
🌍 Nicht EU Lieferanten: 10,6 %
4. Wer Österreich beliefert

Top 5 ausländische Lieferanten Österreichs 🇦🇹
🇩🇪 Deutschland 9,84 %
🏴 Rest of the World (FIGW1) 3,64 %
🇮🇹 Italien 1,92 %
🇨🇭 Schweiz 1,82 %
🇨🇳 China 1,30 %
Auch hier dominiert Deutschland klar. FIGW1 zeigt erneut eine strukturelle Intransparenz in den Wertschöpfungsketten.
5. Österreich im EU Vergleich
Österreich liegt bei Nachfrage und Vorleistungen nahe am EU Durchschnitt. Doch selbst moderate Abhängigkeiten können kritisch werden, wenn sie unsichtbar sind.
6. FIGW1 und strukturelle Intransparenz
FIGW1 verdeckt:
mehrstufige Lieferketten
Offshore Vermittler
Logistikknoten
Subunternehmer außerhalb statistischer Erfassung
Diese Akteure sind real, bleiben aber unsichtbar.
7. Warum diese Abhängigkeiten relevant sind
Abhängigkeiten sind beherrschbar, solange sie sichtbar sind.
Unsichtbare Abhängigkeiten stellen ein systemisches Risiko dar.
Ein Drittel der österreichischen Wirtschaftsströme hängt vom Ausland ab.
Ein Teil davon ist dokumentiert.
Ein Teil bleibt verborgen.
8. Was Sentinel ermöglicht
Sentinel macht sichtbar, was aggregierte Daten verbergen.
Es ermöglicht:
transparente Abhängigkeitsanalysen
Rekonstruktion realer Lieferketten
Identifikation kritischer Knoten
Bewertung geopolitischer Risiken
Strategische Souveränität beginnt mit Sichtbarkeit.
9. Fazit und nächstes Land
Österreich zeigt:
moderate, aber strukturelle Abhängigkeiten
starke Bindung an Deutschland
tiefe EU Integration
anhaltende Blindstellen in FIGW1
Dies ist Ausgabe 7 von 27. Nächstes Land: Belgien 🇧🇪
Österreich gilt häufig als stabile und gut integrierte Volkswirtschaft innerhalb Europas. Seine zentrale Lage, seine industrielle Basis und die enge wirtschaftliche Verflechtung mit den Nachbarländern haben dieses Bild über Jahre hinweg geprägt.
Stabilität bedeutet jedoch nicht Unabhängigkeit.
Und Integration bedeutet nicht Abwesenheit von Abhängigkeiten.
Wie alle modernen Volkswirtschaften wird auch Österreich weniger durch das definiert, was es produziert, als durch jene Akteure, von denen es beim Verkaufen, Beschaffen und Produzieren abhängt.
Diese Analyse nutzt den FIGARO Input Output Datensatz 2023, um die ausländischen Abhängigkeiten der in Österreich registrierten Unternehmen sichtbar zu machen. Sie zeigt, wer österreichische Güter kauft, wer Österreich beliefert und wo strukturelle Blindstellen bestehen.
Dies ist Ausgabe 7 von 27 unserer Serie zu europäischen strategischen Abhängigkeiten.

1. Österreichs Abhängigkeit von ausländischer Nachfrage
Im Jahr 2023 erzielten in Österreich registrierte Unternehmen 491,9 Milliarden Euro an intermediären Umsätzen. Davon entfielen 29,8 % auf ausländische Märkte.
Der EU Durchschnitt liegt bei 32,96 %. Österreich belegt damit Rang 16 von 27 und liegt leicht unter dem europäischen Mittelwert.
Die Struktur ist wie folgt:
🇦🇹 Binnenmarkt: 70,2 %
🌍 Auslandsmärkte: 29,8 %
Innerhalb des Auslandsanteils:
🇪🇺 EU Märkte: 18,96 %
🌍 Nicht EU Märkte: 10,84 %
Ausländische Nachfrage ist für Österreich strukturell relevant, auch wenn sie nicht dominierend ist.
2. Wer kauft aus Österreich
Österreich exportierte 2023 146,5 Milliarden Euro an intermediären Gütern und Dienstleistungen. Die wichtigsten ausländischen Abnehmer sind:

Top 5 ausländische Kunden Österreichs 🇦🇹
🇩🇪 Deutschland 7,4 %
🏴 Rest of the World (FIGW1) 2,78 %
🇮🇹 Italien 2,38 %
🇺🇸 Vereinigte Staaten 1,59 %
🇨🇭 Schweiz 1,57 %
Deutschland nimmt eine zentrale Rolle ein.
Auffällig ist jedoch die prominente Stellung von FIGW1.
Dieser Sammelbegriff steht für wirtschaftliche Beziehungen, die keinem Land eindeutig zugeordnet werden können.
3. Österreichs Abhängigkeit von ausländischen Vorleistungen
Auf der Beschaffungsseite zeigt sich ein ähnliches Bild. 2023 kauften österreichische Unternehmen 508,3 Milliarden Euro an Vorleistungen. 32,06 % davon stammten aus dem Ausland.
Der EU Durchschnitt beträgt 35 %. Österreich liegt auf Rang 15 von 27.
Aufteilung:
🇪🇺 EU Lieferanten: 21,46 %
🌍 Nicht EU Lieferanten: 10,6 %
4. Wer Österreich beliefert

Top 5 ausländische Lieferanten Österreichs 🇦🇹
🇩🇪 Deutschland 9,84 %
🏴 Rest of the World (FIGW1) 3,64 %
🇮🇹 Italien 1,92 %
🇨🇭 Schweiz 1,82 %
🇨🇳 China 1,30 %
Auch hier dominiert Deutschland klar. FIGW1 zeigt erneut eine strukturelle Intransparenz in den Wertschöpfungsketten.
5. Österreich im EU Vergleich
Österreich liegt bei Nachfrage und Vorleistungen nahe am EU Durchschnitt. Doch selbst moderate Abhängigkeiten können kritisch werden, wenn sie unsichtbar sind.
6. FIGW1 und strukturelle Intransparenz
FIGW1 verdeckt:
mehrstufige Lieferketten
Offshore Vermittler
Logistikknoten
Subunternehmer außerhalb statistischer Erfassung
Diese Akteure sind real, bleiben aber unsichtbar.
7. Warum diese Abhängigkeiten relevant sind
Abhängigkeiten sind beherrschbar, solange sie sichtbar sind.
Unsichtbare Abhängigkeiten stellen ein systemisches Risiko dar.
Ein Drittel der österreichischen Wirtschaftsströme hängt vom Ausland ab.
Ein Teil davon ist dokumentiert.
Ein Teil bleibt verborgen.
8. Was Sentinel ermöglicht
Sentinel macht sichtbar, was aggregierte Daten verbergen.
Es ermöglicht:
transparente Abhängigkeitsanalysen
Rekonstruktion realer Lieferketten
Identifikation kritischer Knoten
Bewertung geopolitischer Risiken
Strategische Souveränität beginnt mit Sichtbarkeit.
9. Fazit und nächstes Land
Österreich zeigt:
moderate, aber strukturelle Abhängigkeiten
starke Bindung an Deutschland
tiefe EU Integration
anhaltende Blindstellen in FIGW1
Dies ist Ausgabe 7 von 27. Nächstes Land: Belgien 🇧🇪

